Pressemitteilung Nr. 002/2018 vom 07.02.2018

Jahresrückblick 2017

  • Arbeitslosigkeit auf Tiefststand
  • Jugendarbeitslosigkeit geht erneut zurück
  • Weg bis zur Integration dauert immer länger

Im Jahresdurchschnitt 2017 betreute der Eigenbetrieb für Arbeit - Jobcenter Saalekreis 5.476 arbeitslose, erwerbsfähige Hilfebedürftige. Ihre Zahl verringerte sich seit 2012 (-1.557 Personen) deutlich (siehe Grafik). „Die Zahlen sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass sich der Eingliederungs­prozess in Arbeit und Ausbildung immer schwieriger und langwieriger gestaltet. Eine Vielzahl von ESF Landes- und Bundesprogrammen gibt uns zusätzlichen Handlungsspielraum“, berichtet der Betriebsleiter des Eigenbetriebes für Arbeit – Jobcenter Saalekreis, Dr. Gert Kuhnert.

 

Entwicklung der arbeitslosen, erwerbsfähige Hilfebedürftigen im Jahresdurchschnitt (JD) im Rechtskreis SGB II

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Auch die Jugendlichen im Alter von 15 bis unter 25 Jahre konnten von den guten Entwicklungen am Arbeitsmarkt profitieren. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr erneut zurück (siehe Grafik). Dennoch liegen hier Licht und Schatten eng beisammen.

Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt im Rechtskreis SGB II

002 2(Quelle: Bundesagentur für Arbeit) 

„Die Jugendarbeitslosigkeit nahm seit 2012 um 28,6 Prozent ab. Bei den jungen Menschen unter 25 Jahre nahm die Zahl derjenigen ohne Schulabschluss um 23,6 Prozent und der ohne Berufs­abschluss um 42,2 Prozent im gleichen Zeitraum zu. Da gibt es für uns noch viel zu tun“, informiert der Betriebsleiter.

Nach Jahren der Stagnation zeigt die Arbeit mit den Alleinerziehenden Wirkung. Der Arbeitslosenbestand reduzierte sich in den letzten 2 Jahren um 24,5 Prozent. Hier zahlt sich die gewachsene Netzwerkarbeit mit vielen regionalen Partnern des Arbeitsmarktes, wie beispielsweise die Familienintegrationscoaches des Landkreises, aus.

Zur Unterstützung des Eingliederungsprozesses unserer Kunden kamen alle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik zum Einsatz. 9.770 Förderentscheidungen erfolgten.

Aktivierung und berufliche Eingliederung   7385
Berufswahl und Berufsausbildung   87
Berufliche Weiterbildung   79
 Aufnahme einer Erwerbstätigkeit  671
Beschäftigung schaffende Maßnahmen 

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1.038 geflüchtete erwerbsfähige Leistungsberechtige erhielten im Dezember Grundsicherungs­leistungen.

Das Erlernen der deutschen Sprache lag auch 2017 weiter im Fokus unserer Aktivitäten. 735 Personen absolvierten im Jahresverlauf die sogenannten BAMF-Kurse (Alphabetisierungs-, Integrations – oder berufsbezogene Sprachkurse). Darüber hinaus mündeten 328 Frauen und Männer in Maß­nahmen des Eigenbetriebes für Arbeit ein. Hier wurden unter anderem Kenntnisse über das Leben und Arbeiten in Deutschland vermittelt und die Anforderungen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes nahe gebracht. Erste praktische Erprobungen und Praktika in Unternehmen vermitteln Einblicke in die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Einzelnen. Im Berichtsjahr fanden 110 Arbeitsaufnahmen statt. Mit einem Anteil von 60 Prozent erfolgte die Beschäftigung im Bereich der Zeitarbeit, zumeist im Rahmen von Helfertätigkeiten. Danach kommen die Einsatzfelder Gastronomie, Handel und Bau (30 Prozent). Die Fachkräfte (Verkauf, Statiker, Friseur, Elektro) sind mit 10 Prozent die kleinste Gruppe.

Bestandsentwicklung (Jahresdurchschnitt) Bedarfsgemeinschaften

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit) 

Im Jahresdurchschnitt 2017 wurde an 9.903 Bedarfsgemeinschaften Grundsicherungsleistungen gezahlt. Das kommt einer Reduzierung um 2.719 im Betrachtungszeitraum (siehe Grafik) gleich. Innerhalb von nur sechs Jahren nahm die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 4.191 Personen ab. Die Verringerung der Leistungsbezieher führt u. a. dazu, dass weniger Kosten der Unterkunft aufgewendet werden müssen. „Immerhin konnte der Landkreis Saalekreis im Vergleich zu 2016 im letzten Jahr 1.792.500 Euro an KdU sparen“, kommentiert Kuhnert die aktuellen Entwicklungen.

Fazit und Ausblick des Betriebsleiters

Alle Programme im Bereich der Arbeitsmarktpolitik, die in den letzten 3 Jahren angeschoben wurden, entfalten ihre Wirkung. Von der Reduzierung der Bestandszahlen sind alle Personengruppen in unterschied­licher Ausprägung betroffen, dennoch gibt es weiterhin viel zu tun. „Die Zahl derer mit einer verfestigten Arbeitslosigkeit wächst trotz aller Bemühungen und zusätzlicher Programme. 60,6 Prozent unserer Kunden sind im Alter zwischen 25 und 50 Jahren.

2018 werden wir noch intensiver daran arbeiten, weitere Potentiale für den Arbeitsmarkt zu erschließen. Dabei gilt es, ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten aber auch Hemmnisse zu analysieren und geeignete Aktivitäten zu initiieren“, richtet Kuhnert den Blick nach vorn. „Um den künftigen Ansprüchen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, müssen zunehmend auch marktferne Personengruppen motiviert, stabilisiert und entsprechend qualifiziert werden. Das braucht Zeit. Wir merken, dass die Betriebe flexibler auf das vorhandene Arbeitskräftepotential reagieren. Mehr Zeit für die Einarbeitung wird oftmals in Kauf genommen. Das hat sich für alle Beteiligten bezahlt gemacht. Das begleitende Coaching spielt eine wichtige Rolle. Etwaige Probleme, die nach längeren Phasen der Arbeitslosigkeit durchaus auftreten können, werden oft „im Miteinander“ gelöst und so Abbrüche, sei es bei der Ausbildung oder der Arbeit, vermieden“, berichtet der Arbeitsmarktexperte.

Themen 2018

  •  weitere Reduzierung der Arbeitslosigkeit/Verringerung der Hilfebedürftigkeit
  • Fortsetzung der erfolgreichen Umsetzung der Bundes- und Landesprogramme
  • weitere Optimierung der internen Abläufe durch Einführung eines neuen Datenmangementsystems
  • rechtsübergreifende Zusammenarbeit aller Leistungsträger beim Übergang von der Schule in den Beruf – koordiniert durch den Landkreis (RÜMSA)

 

Zusätzliche Informationen