Pressemitteilung Nr. 004/2019 vom 23.01.2019

Jahresrückblick 2018

  • Arbeitslosigkeit geht deutlich zurück
  • Weg bis zur Integration dauert immer länger
  • Landkreis spart knapp 2,7 Mio Euro Kosten der Unterkunft (KdU)

Im Jahresdurchschnitt 2018 betreute der Eigenbetrieb für Arbeit - Jobcenter Saalekreis 4.945 arbeitslose, erwerbsfähige Hilfebedürftige. Ihre Zahl verringerte sich seit 2012 (-2.088 Personen) deutlich (siehe Grafik). „Die Zahlen sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass sich der Eingliederungs¬prozess in Arbeit und Ausbildung immer schwieriger und langwieriger gestaltet. Eine Vielzahl von ESF Landes- und Bundesprogrammen gibt uns zusätzlichen Handlungsspielraum“, informiert der Betriebsleiter des Eigenbetriebes für Arbeit – Jobcenter Saalekreis, Dr. Gert Kuhnert.

Entwicklung der arbeitslosen, erwerbsfähige Hilfebedürftigen im Jahresdurchschnitt (JD) im Rechtskreis SGB II

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Zur Unterstützung des Eingliederungsprozesses unserer Kunden kamen alle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik zum Einsatz. 7.926 Förderentscheidungen erfolgten. 2.513 Integrationen fanden in der Folge statt. „Seit Jahren machen wir uns stark für nachhaltige Integrationen in den Arbeitsmarkt. Mit einer Quote von 74,3% belegen wir im Vergleich der 407 bundesweit agierenden Jobcenter Platz 5.“, weiss Dr. Gert Kuhnert, Betriebsleiter des Eigenbetriebes für Arbeit, zu berichten.

Aktivierung und berufliche Eingliederung  6120 
Berufswahl und Berufsausbildung 44 
Berufliche Weiterbildung 49 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit  573
Beschäftigung schaffende Maßnahmen  1140 

1.055 geflüchtete erwerbsfähige Leistungsberechtige erhielten im Dezember Grundsicherungs-leistungen. Die Eingliederung in Sprachkurse nahm 2018 einen breiten Raum im Tagesgeschäft ein.
„Oftmals lagen die Sprachkenntnisse unter B1 Niveau. Mit sogenannten Wiederholerkursen, die das BAMF finanziert, wurde an der Kenntnisverbesserung gearbeitet. Die Wirtschaft fordert mindestens B1 besser noch B2 Niveau. Im Berichtsjahr fanden 241 Arbeitsaufnahmen, doppelt so viele wie im Vorjahr,  statt. 95 Prozent arbeiten als Helfer Lager und Transport. Vereinzelte Arbeitsaufnahmen gab es beispielsweise als Metallbearbeiter, Schweißer, Fachkraft Möbel-, Küchen- und Umzugshelfer“, so Kuhnert.

Bestandsentwicklung (Jahresdurchschnitt) Bedarfsgemeinschaften

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Im Jahresdurchschnitt 2018 wurde an 8.989 Bedarfsgemeinschaften Grundsicherungsleistungen gezahlt. Das kommt einer Reduzierung um 3.633 im Betrachtungszeitraum (siehe Grafik) gleich.
Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nahm seit 2012 um 5.480 Personen ab. Die Verringerung der Leistungsbezieher führt u. a. dazu, dass weniger Kosten der Unterkunft aufgewendet werden müssen. „Immerhin konnte der Landkreis Saalekreis im Vergleich zu 2017 im letzten Jahr knapp 2,7 Mio Euro an KdU sparen“, kommentiert der Betriebsleiter die aktuellen
Entwicklungen.

Fazit und Ausblick des Betriebsleiters

Von der Reduzierung der Bestandszahlen sind alle Personengruppen in unterschied¬licher Ausprägung betroffen, dennoch gibt es weiterhin viel zu tun. „Die Zahl derer mit einer verfestigten Arbeitslosigkeit bleibt auf hohem Niveau, trotz aller Bemühungen. 2019 werden wir daran arbeiten, weitere Potentiale für den Arbeitsmarkt zu erschließen. Dabei gilt es, ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten aber auch Hemmnisse zu analysieren und geeignete Aktivitäten zu initiieren“, richtet Kuhnert den Blick nach vorn. „Um den künftigen Ansprüchen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, müssen zunehmend auch marktferne Personengruppen motiviert, stabilisiert und entsprechend qualifiziert  werden. Das braucht Zeit. Wir merken, dass die Betriebe flexibler auf das vorhandene Arbeitskräftepotential reagieren. Mehr Zeit für die Einarbeitung wird oftmals in Kauf genommen. Das hat sich für alle Beteiligten bezahlt gemacht. Das begleitende Coaching spielt eine wichtige Rolle. Wir sind froh, dass der Gesetzgeber uns jetzt im Rahmen des  neuen Teilhabechancengesetzes diesen Handlungsspielraum ermöglicht. Immerhin haben wir bereits 57 Förderanfragen für die neuen Eingliederungsinstrumente“, berichtet der Arbeitsmarktexperte.

Themen 2019/2020

  • weitere Reduzierung der Arbeitslosigkeit/Verringerung der Hilfebedürftigkeit
  • Fortsetzung der erfolgreichen Umsetzung der Bundes- und Landesprogramme
  • Fit für die Zukunft: Weiterentwicklung der Digitalisierung im EfA
  • rechtsübergreifende Zusammenarbeit aller Leistungsträger beim Übergang von der Schule in den Beruf – koordiniert durch den Landkreis (RÜMSA)

 

Zusätzliche Informationen