Pressemitteilung Nr. 003/2020 vom 15.01.2020

Fünfzehn Jahre Eigenbetrieb für Arbeit

Am 6. Oktober 2004 hat der Kreistag des damaligen Landkreises Merseburg-Querfurt die Weichen gestellt, um nach der Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe am 01. Januar 2005 Grundsicherungsbezieher in eigener Zuständigkeit zu betreuen. Der Eigenbetrieb für Arbeit wurde neu geschaffen und vom Landkreis mit der Betreuung der Hartz-IV-Bezieher beauftragt.

 

„Mit der Gründung des Eigenbetriebes für Arbeit konnten wir alle Aktivitäten und Vorzüge des Landkreises bündeln und dadurch zielgerichteter am Arbeitsmarkt agieren. Eine zentrale Steuerung hielten wir damals und auch heute nicht für zielführend. Wir haben uns sehr bewusst für das Optionsmodell entschieden, um alles aus einer Hand zu gewähren. Das war uns als Landkreis wichtig. Wir agieren STARK. SOZIAL. VOR ORT. Der Erfolg gibt uns Recht. Wir haben unsere Entscheidung nie bereut“, resümiert Landrat Hartmut Handschak.

„Binnen kürzester Zeit galt es, arbeitsfähige Strukturen zu etablieren. Wir mussten sozusagen einen Start von null auf hundert hinbekommen, denn schließlich warteten 9.900 Bedarfsgemeinschaften auf ihre Leistungen. Das waren turbulente Zeiten“, erinnert sich die stellvertretende Betriebsleiterin Anke Gaudig, eine der Mitarbeiterinnen der ersten Stunde.

„Die Leistungsgewährung war nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen stand die aktive Arbeit mit den Kunden, um sie auf ihrem Weg zurück in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis, nach dem Prinzip des „Förderns und Forderns“, zu unterstützen. Zielgruppenspezifische Projekte mussten sprichwörtlich aus dem Boden gestampft werden und das unter einem enormen Zeitdruck“, berichtet Gaudig weiter.

Viel ist seither passiert. Diverse gesetzliche Änderungen haben den Kundenberatern mehr Entscheidungsfreiräume gegeben, die Leistungsgewährung aber nicht immer vereinfacht.

Der Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jahres­durchschnitt ist seit 2005 um 35 Prozent zurück gegangen. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung verringerte sich in diesem Zeitraum sogar um 56,9 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit hat sich ebenfalls mehr als halbiert.

Knapp 250 Millionen Euro wurden in eine aktive Arbeitsmarktpolitik investiert. 41.533 Beschäftigungsaufnahmen auf dem ersten Arbeitsmarkt gelangen. Über 900 Bürger unterstützten wir zusätzlich mit ESF finanzierten Bundes- und Landesprogrammen auf dem Weg in Ausbildung und Beschäftigung. 318.268 Anträge auf Grundsicherungsleistungen, mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro, konnten seit 2005 positiv entschieden werden.

„Es ist in den letzten 15 Jahren viel erreicht worden, auch weil wir stetig an der Optimierung unseres Dienstleistungsangebotes gearbeitet haben. Interne Prozesse werden immer wieder auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt. Seit Sommer 2015 arbeiten alle Fachabteilungen des Eigenbetriebes für Arbeit in Merseburg unter einem Dach. Unser Kundencenter ging zeitgleich an den Start. Alle Anliegen ohne Leistungsakte konnten fortan dort telefonisch oder persönlich geklärt werden. Das hat vieles vereinfacht. Die Einführung elektronischen Akte im Jahr 2018 war ein bedeutender Schritt bei der Entwicklung unseres Betriebes, der uns viele Möglichkeiten für weitere Digitalisierungsvorhaben eröffnet. Den nächsten Meilenstein, die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung bis Ende 2022, haben wir schon fest im Blick“, berichtet Dr. Gert Kuhnert, Betriebsleiter des Eigenbetriebes für Arbeit – Jobcenter Saalekreis. „Die Entwicklung zu einem modernen Dienstleister hätten wir ohne das tägliche Engagement unserer Mitarbeiter/-innen und die gute Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern nicht erreicht. Unser erklärtes Ziel ist es, unseren Kunden die bestmögliche Betreuung anzubieten und sie bei ihrem Weg in Arbeit oder Ausbildung zu unterstützen, wenn sie mitwirken“, hebt Kuhnert hervor.

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