• Eingliederung der geflüchteten Ukrainer nimmt Fahrt auf
  • Zahl der Bedarfsgemeinschaften liegt unter der des Vorjahres
  • Arbeitskräftebedarf in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor kann kaum noch bedient werden

Im August betreute der Eigenbetrieb für Arbeit 4.013 Personen, die arbeitslos, erwerbsfähig und hilfebedürftig waren. Das sind 130 mehr (3,3 Prozent) als im August des Vorjahres.

Von den aktuell Betreuten sind 1.085 Frauen und Männer 50 Jahre und älter. Das sind 32 weniger als im letzten Jahr um diese Zeit. Die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahre, die auf der Suche nach einer Ausbildung oder Arbeit waren, umfasste 425 Personen. 184 von ihnen haben einen Hauptschul- beziehungsweise Realschulabschluss.

955 Ausländer sind derzeit ohne eine Beschäftigung. Das sind 154 mehr als im Vormonat. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II beträgt 23,8 Prozent.

„Die Eingliederung der aus der Ukraine geflüchteten Personen nimmt Fahrt auf. 47 Frauen und Männer gehen bereits einer Beschäftigung nach. Sie arbeiten überwiegend in den Bereichen Lager/Logistik, Bau und Dienstleistungen. Auch eine Ausbildungsaufnahme als Fachlagerist erfolgte bereits. 104 besuchen aktuell einen Sprachkurs, um die deutsche Sprache zu erlernen“, informiert der Betriebsleiter des Eigenbetriebs für Arbeit-Jobcenter Saalekreis, Dr. Gert Kuhnert, zu aktuellen Entwicklungen.„Wir sehen in diesem Jahr, dass es immer schwieriger wird, Arbeitsplätze in der Gastronomie oder im Dienstleistungssektor zu besetzen. Eingeschränkte Öffnungszeiten sind oftmals die Folge. Häufig wechselten die Beschäftigten in den letzten zwei Jahren in Bereiche mit besseren Verdienst­möglichkeiten oder familienfreundlicheren Arbeitszeiten“, so der Arbeitsmarktexperte.

Leistungsbezieher

Der Eigenbetrieb für Arbeit betreute im Berichtsmonat 6.675 Bedarfsgemeinschaften.  Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Bedarfs­gemeinschaften um 168. „Das war so nicht erwartbar. Der Zugang ins SGB II von bisher 497 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem erwerbsfähigen Leistungsbezieher, der ukrainischer Staatsbürger ist, wird noch durch Abgänge in Arbeit oder Ausbildung kompensiert“, so der Betriebsleiter.  Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungs­berechtigten umfasste 8.500 Personen. Des Weiteren erhielten 2.792 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte eine finanzielle Unterstützung. Die Zahl der Personen, die im Saalekreis auf Grund­sicherungsleistungen angewiesen sind, nahm im Vorjahresvergleich um 87 zu.

Arbeitsmarktpolitik

In Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung befanden sich 151 Frauen und Männer. 9 Personen nehmen gegenwärtig an beruflichen Weiterbildungen teil. Mit Hilfe von Arbeits­gelegenheiten (AGH) wurden 321 Personen auf dem zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt.