Pressemitteilung Nr. 003/2016 vom 21.01.2016

 Jahresrückblick 2015

Im Jahresdurchschnitt 2015 betreute der Eigenbetrieb für Arbeit - Jobcenter Saalekreis 6.744 arbeitslose, erwerbsfähige Hilfebedürftige. Damit verharrt diese Zahl auf dem Niveau der Vorjahre (siehe Grafik).„DerEingliederungsprozess in Arbeit und Ausbildung gestaltet sich immer schwieriger und langwieriger aufgrund der oftmals durch die Dauer der Arbeitslosigkeit entstandenen multiplen Vermittlungshemmnisse“, berichtet der Betriebsleiter des Eigenbetriebes für Arbeit – Jobcenter Saalekreis, Dr. Gert Kuhnert.

Entwicklung der arbeitslosen, erwerbsfähige Hilfebedürftigen im Jahresdurchschnitt (JD) im Rechtskreis SGB II

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

 

„Dass sich die Anstrengungen im Tagesgeschäft durchaus lohnen, zeigt die weiterhin stabile Zahl der Abgänge in den ersten Arbeitsmarkt. 2.119 Frauen und Männer kamen 2015 in Lohn und Brot. Das sind 34 mehr als 2014 und 98 mehr als 2013. Das war nicht unbedingt zu erwarten“, kommentiert Kuhnert aktuelle Entwicklungen.

Die Jugendlichen im Alter von 15 bis unter 25 Jahre konnten von den guten Entwicklungen am Arbeitsmarkt profitieren.Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr erneut zurück (siehe Grafik).

Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt im Rechtskreis SGB II

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

 

„Diese Entwicklung sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Problemfelder gibt, denen wir uns in den nächsten Jahren intensiv widmen müssen, um auch diesen jungen Menschen einen Einstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen. Die Zahl derer, die arbeitslos gemeldet sind und die Schule ohne Hauptschulabschluss (181) verlassen, stagniert seit Jahren im Saalekreis. Dies gilt auch für das Fehlen von Berufsabschlüssen (403). Da gibt es für uns noch viel zu tun. Hier werden wir im Saalekreis 2016 neue Wege gehen“, informiert der Betriebsleiter.

Bestandsentwicklung (Jahresdurchschnitt) Bedarfsgemeinschaften

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

 

Im Jahresdurchschnitt gab es im Berichtszeitraum 673 Bedarfsgemeinschaften weniger als 2014. Im Oktober 2015 wurde erstmals seit der Optionserweiterung die 11.000er-Marke unterschritten. Dies setzte sich in den Folgemonaten fort.

Entwicklung der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jahresdurchschnitt

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(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

 

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ging im Jahresdurchschnitt im Vergleich zum Vorjahr um 1.109 Personen zurück. „Hier sehe ich Effekte durch die Einführung des Mindestlohns“, so Kuhnert.

Fazit des Dezernenten und des Betriebsleiters

Dezernent Andre Wähnelt und der Eigenbetriebsleiter Dr. Gert Kuhnert blicken auf ein ereignisreiches Jahr des Eigenbetriebes für Arbeit zurück. Im März genehmigte der Kreistag den Umzug der Fachabteilung Leistungen in die Geusaer Straße. Seit Anfang Juni erfolgt die gesamte Betreuung der Grundsicherungsbezieher nun auch in Merseburg in einem Haus. „Meine Hoffnungen haben sich in den ersten sechs Monaten nach dem Umzug mehr als bestätigt. Anliegen, egal ob es um Fragen der Eingliederung oder um Grundsicherungsleistungen geht, können kundenfreundlicher geklärt werden. Das neu eingeführte Kundencenter trägt zur Optimierung der Kundesteuerung und zur besseren Erreichbarkeit bei“, so Kuhnert.

Im Rahmen der Bewerbung zur Durchführung von zwei neuen Bundesprogrammen zur Bekämpfung der sogenannten „verfestigten Arbeitslosigkeit“ wurden 8.6 Mio. Euro zusätzlicher Mittel für den Landkreis eingeworben. „Ich bin sehr froh darüber, dass die Konzepte des Eigenbetriebes für Arbeit Anklang fanden und wir im Saalekreis nun die Möglichkeit haben, uns diesem Personenkreis noch stärker als bisher zu widmen. Seit Juli erfolgte im Rahmen des „ESF-Bundesprogrammes zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter“die Anbahnung von 30 versicherungspflichtigen Beschäftigungen für Frauen und Männer, die vormals mehrere Jahre nicht auf eigenen Füßen gestanden haben. Das ist bisher in dieser Größenordnung bundesweit nur wenigen Jobcentern gelungen. Für ca. 90 geförderte Arbeitsplätze stehen bis Mai 2017 noch Mittel bereit“, berichtet Wähnelt.

„Das Programm „soziale Teilhabe“ dient der Eingliederung von arbeitsmarktfernen Frauen und Männern, die gegenwärtig keine Aussicht auf eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, in den zweiten Arbeitsmarkt. Hier ist das Besetzungsverfahren beinahe abgeschlossen. Die letzten Eintritte erfolgen Anfang Februar 2016“, informiert Kuhnert abschließend.

Ausblick

Im Fokus unserer Tätigkeit steht auch in diesem Jahr die Vorbereitung unserer Kunden auf die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt. Hier setzen wir weiter auf die sogenannten Förderketten. Die Arbeit mit Migranten, die Grundsicherungsleistungen beziehen, wird eine Herausforderung, der wir uns stellen.

Das Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsbezieher wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) finanziert.

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