Pressemitteilung Nr. 022/2020 vom 04.08.2020

Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt

Neue Gesundheitsangebote für Jobcenter-Kunden im Saalekreis

Um die Gesundheit seiner Kunden zu stärken, geht der Eigenbetrieb für Arbeit - Jobcenter Saalekreis neue Wege. Das Jobcenter beteiligt sich an einem bundesweiten Vorhaben zur „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“. Koordiniert von der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V. (LVG) und in enger fachlicher Begleitung durch die IKK gesund plus, zielt das Projekt darauf ab, regionale Netzwerke im Interesse der Gesundheit arbeitsloser Menschen aufzubauen, für diese spezielle Präventionsangebote zu entwickeln und damit auch deren Chancen auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Denn „anhaltende Arbeitslosigkeit ist nachweislich ein gesundheitlicher Risikofaktor“, weiß Stefanie Stützer, Projektkoordinatorin der LVG. „Von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene sind nicht nur öfter und länger in ärztlicher Behandlung als andere Versicherte, sie verlieren häufig auch ihre sozialen Kontakte und damit oft das eigene Selbstwertgefühl. Gesundheitliche Einschränkungen erschweren zudem die berufliche Wiedereingliederung“.

Das Projekt basiert auf drei Maßnahmenpaketen: neben Präventionskursen der Gesetzlichen Krankenversicherung und neu entwickelten gesundheitsförderlichen Gruppenangeboten speziell für Arbeitslose, soll künftig auch ein individuelles Gesundheitscoaching im Jobcenter vorgehalten werden. Die Angebote orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der im Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen und werden durch regionale Anbieter u. a. in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung, Achtsamkeit und Aktivierung bereitgestellt. Erste Angebote sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Die Teilnahme an allen Gesundheitsangeboten ist für die Kundinnen und Kunden des Jobcenters Saalekreis kostenfrei.

Mit ersten Infos rund um das neue Angebot warten unsere Kundenberater in ihren Beratungsgesprächen auf. Gemeinsam wird dann entschieden, ob ein speziell geschulter Mitarbeiter des Jobcenters hinzugezogen wird. Diese ebenen dann den Weg zu den Angeboten. Solche Beratungen finden in allen Geschäftsstellen, also in Merseburg, Halle und Querfurt statt“, beschreibt Dr. Frank Reinboth, Fachabteilungsleiter Eingliederung, das Vorgehen. „Auch per Internet www.efa-sk.de kann Interesse bekundet werden. Wir versenden in diesen Fällen zeitnah einen Beratungstermin“, ergänzt er noch.

Hintergrund

Das am 25.07.2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz legt einen besonderen Schwerpunkt auf Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten (Settings). Gesetzliche Krankenkassen und ihre Kooperationspartner sollen zusammen noch stärker als bisher mit Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen aktiv auf Menschen in verschiedenen Lebenslagen zugehen. Ein Kernziel ist es, die Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf die Gesundheit zu mildern. Dies geschieht bundesweit im Kooperationsprojekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“. In Sachsen-Anhalt sind die Agenturen für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg und Sangerhausen und die Jobcenter Magdeburg, Mansfeld-Südharz, Dessau-Roßlau. Jerichower Land und Wittenberg sowie die kommunalen Jobcenter Altmarkkreis Salzwedel, Saalekreis, Burgenlandkreis, Anhalt-Bitterfeld und Harz beteiligt. Gemeinsam mit der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V., die das Vorhaben koordiniert, wird an der Verbesserung des Gesundheitsverhaltens, der sozialen Teilhabenchance, der Leistungs- und Beschäftigungs­fähigkeit sowie an der Steigerung der subjektiven Lebenszufriedenheit der Betroffenen gearbeitet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist über eine Beauftragung durch den GKV-Spitzenverband (gemäß § 20a Absätze 3 und 4 Sozial­gesetzbuch V) in die Koordination, Evaluation und Umsetzungsunterstützung dieser Projekte eingebunden.

Ansprechpartnerin: LVG, Frau Stützer, Tel: 0391 8364 111

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